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Akustische Therapieverfahren bei Tinnitus

Die Veränderung der zentralen Hörverarbeitung ist mit der wichtigste Therapiebaustein beim chronischen Tinnitus (akustische Neuromodulation). Das Gehirn lernt dabei allmählich den Tinnitus zu unterdrücken bis er leiser und weniger störend wird oder im Idealfall sogar ganz verschwindet. Die wichtigsten Verfahren im Einzelnen:


Noiser:
Ein neutrales Rauschen vermischt sich mit dem Tinnitus, so dass ein neutrales Gesamtgeräusch entsteht, das von der Hörverarbeitung im Gegensatz zum Tinnitus unterdrückt wird. Kurzfristig wird der Tinnitus durch den Ablenkungseffekt leiser. Langfristig lernt die Hörverarbeitung, den Tinnitus auch mit immer weniger Noiser-Rauschen zu unterdrücken, so dass sich der Noiser im Laufe der Zeit selbst überflüssig macht.


Notched noise-Therapie:
Dabei wird zunächst die Tinnitusfrequenz bestimmt und dann aus einem Noiser-Rauschen oder geeigneter Musik herausgeschnitten. Die Nervenfasern, die den Tinnitus übertragen, werden dadurch geschont und  von den benachbarten Zellen sogar gehemmt.   


Coordinates reset stimulation:
Durch die Verstärkung der benachbarten Frequenzen wird die Reizübertragung des Tinnitus noch effektiver gehemmt und langfristig auf neuronaler Ebene unterdrückt.


Da es sich bei allen Verfahren um Lernprozesse handelt, sollte die Therapie im Idealfall mehrere Stunden täglich und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Der Effekt kann durch Ginkopräparate noch verstärkt werden, da diese die neuronalen Umbauprozesse und damit den Lernvorgang unterstützen.

Ein Beispiel für eine günstige akustische Tinnitustherapie sind die mynoise-Klangdateien, die alle drei Verfahren kombinieren und 45,- Euro kosten. Die Klangdateien werden dabei invdividuell nach einer Frequenzbestimmung in der Praxis oder im Internet erstellt (www.mynoise.de).

Im weiteren Sinne zu den akustischen Therapieverfahren gehören das Hörtraining bei einer Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) und hörverbessernde Maßnahmen bei einer Hörminderung. Diese sollten den oben genannten Maßnahmen grundsätzlich vorausgehen:


Hörtraining:
Bei einer Geräuschüberempfindlichkeit kann durch ein gezieltes Hörtraining eine Gewöhnung an höhere Lautstärken stattfinden. Hiervon unterschieden werden muss die Phonophobie, bei der es sich um eine Unverträglichkeit nur gegen bestimmte Geräusche handelt und bei der das Hörtraining von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen begleitet werden sollte. (s.a. http://webdoc-hno.blogspot.de/2012/05/hortraining.html)


Hörverbessernde Maßnahmen:
Immer wenn eine Hörminderung vorliegt, trägt eine Hörverbesserung mit Hörhilfen oder bei Taubheit auch mit einem Cochlear implant erheblich zu einer Besserung des Tinnitus bei, da die Hörverarbeitung bei schwerhörigen Patienten alle eingehenden Geräusche und damit auch den Tinnitus verstärkt. Durch die Hörverbesserung kann sie wieder ihre normale Aufgabe, unwichtige Geräusche zu unterdrücken und wichtige zu verstärken wahrnehmen.