Begleitbeschwerden

Schlafstörungen

Stress zählt zu den häufigsten Ursachen eines Tinnitus. Umgekehrt stellt Tinnitus selbst einen Stressfaktor dar, der unbehandelt oft zu Angstzuständen, Depressionen und Schlaflosigkeit führt. Statistiken zufolge liegt die Häufigkeit von Schlafstörungen bei Tinnitus-Patienten deutlich höher als im Bevölkerungsdurchschnitt. Der Schlafmangel zieht zudem häufig verstärkte Tagesmüdigkeit und verringerte Leistungsfähigkeit nach sich.

Verspannungen der Kiefergelenke

Akut auftretende Ohrgeräusche sind vor allem bei jüngeren Patienten häufig durch Probleme im Bereich der Kiefergelenke bedingt. Gerade in Stresssituationen erhöht sich die Spannung der Kaumuskulatur bis hin zum nächtlichen Zähneknirschen und führt zu einer Beeinträchtigung des benachbarten Innenohres. Typischerweise zeigen Hörtests hier völlig normale Ergebnisse oder es kommen allenfalls minimale Hörverluste bei ganz hohen Tönen vor. Entsprechend gut lassen sich solche Geräusche über eine positive Beeinflussung der muskulären Verspannungen und der zugrundeliegenden Ursachen behandeln.

Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis)

Als Hyperakusis bezeichnen Experten eine Geräuschüberempfindlichkeit, die durch übermäßige Verstärkung normaler Alltagsgeräusche entsteht. Betroffene empfinden schon geringe Umgebungsgeräusche als unangenehm und versuchen, sich instinktiv vor Geräuschen aller Art zu schützen. Hierdurch verstärkt sich das Problem allerdings noch, da akustische Informationen eine wichtige Informationsquelle für unser Gehirn darstellen. Wer sich also mit Ohrstöpseln oder ähnlichem von der Umgebung abschottet, verstärkt die zentrale akustische Verarbeitung ankommender Schallreize. Folge: Die Geräuschüberempfindlichkeit nimmt immer weiter zu.

Die Ursache einer Hyperakusis liegt in einer fehlgesteuerten zentralen akustischen Verarbeitung und beruht fast immer auf akustischem Stress wie beruflich bedingte akustische Überlastung. Es handelt sich also nicht um eine Erkrankung im Sinne einer echten Schädigung, sondern eher um ein Problem bei der Hörverarbeitung.

Hörsturz

Störende Ohrgeräusche treten oft als Begleiterscheinung bei einem Hörsturz auf. Als Auslöser kommen Durchblutungsstörungen des Innenohres, Stress oder länger anhaltende Lärmeinwirkungen beispielsweise durch überlaut eingestellte Musik in Frage. Die schlagartig und meist ohne erkennbaren Anlass auftretenden Symptome reichen von Taubheit über ein Piepen bis hin zum vollständigen Hörverlust. Oft begleiten Schwindel, Druckgefühl und eben ein Tinnitus diese Erscheinung.

Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, raten Experten bei Verdacht auf einen Hörsturz dringend dazu, einen HNO-Arzt aufzusuchen. Dieser entscheidet dann über notwendige Therapiemaßnahmen.