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Chronischer Tinnitus

Bei Betroffenen, die länger als sechs Monate unter Ohrgeräuschen leiden, sprechen Experten von einem chronischen Tinnitus. Oft geht die ständige Geräuschkulisse mit einem hohen Leidensdruck einher. Die Prognose ist in der Realität in vielen Fällen jedoch lange nicht so bedrohlich wie oftmals dargestellt. Viele Betroffene lernen, mit dem ständigen Begleiter zu leben und ihn kaum oder gar nicht als belastend zu empfinden.

Ob Patienten dauerhaft unter Beeinträchtigungen leiden, hängt entscheidend davon ab, ob die Geräusche im Kopf weiter verstärkt oder abgeschwächt werden. Daher stellt eine ausführliche Aufklärung über die Mechanismen der akustischen Verarbeitung gerade für chronische Tinnitus-Patienten ein wesentliches Element im Umgang mit dem akustischen Begleiter dar. Umfassende Kenntnisse über Ohrgeräusche zu vermitteln, hilft also in der Regel bereits, chronischen Tinnitus besser zu bewältigen und nachhaltig abzuschwächen.

Deshalb profitieren auch Patienten, die schon länger unter einem Tinnitus leiden, von einer gezielten ärztlichen Unterstützung.

Schweregrade

Um das Ausmaß der Belastung festzulegen, unterscheiden Fachärzte verschiedene Schweregrade:

Grad 1: Der Tinnitus ist gut kompensiert. Art und Lautstärke der subjektiv wahrgenommenen Ohrgeräusche sind für den Betroffenen erträglich. Kein Leidensdruck.

Grad 2: Der Tinnitus tritt hauptsächlich bei Stille auf und wirkt nur bei Stress und Belastungen störend.

Grad 3: Der Tinnitus führt zu einer dauernden Beeinträchtigung. Es treten Störungen im emotionalen, kognitiven und körperlichen Bereich auf. Hoher Leidensdruck.

Grad 4: Der Tinnitus führt zur völligen Dekompensation im privaten und beruflichen Bereich.

Auf dieser Basis hat das HNOnet NRW, mit der Deutschen Tinnitus-Liga abgestimmtem Therapiekonzept "Tinnitus - na und?!" einen neuen Behandlungsansatz bei chronischem Tinnitus entwickelt. Dabei geht es in erster Linie darum, Strategien zu erlernen, um mit den Geräuschen ungestört zu leben.